Die Schweizer Niederlaufhunde gibt es in vier Farbschlägen bernerfarbig - tricolor, jurafarbig - schwarz/loh, schwyzerfarbig - weiss/orange und luzernerfarbig - blauschimmel mit schwarzen Platten. Er ist ein typischer Laufhund, im verkleinerten Maßstab des Schweizer Laufhundes mit einer Schulterhöhe von 33 bis 43 cm (Toleranz +/- 2 cm). Im Format leicht rechteckig, mäßig lang, kräftig gebaut. Mittelgroßer, trockener, edler Kopf mit freundlich aufmerksamen Gesichtsausdruck. Behang lang und tief angesetzt und schön gefaltet getragen. Brust und Rippenkorb mäßig breit und tief, viel Raum für Herz und Lunge bietend. Gliedmaßen trocken und robust. In ruhiger Gangart wird die Rute hängend getragen, in Aktion leicht nach oben gebogen. Feinnasiger, flinker, ausdauernder, passionierter kleiner Laufhund, der die Fährte sicher hält und mit wohlklingendem Laut anhaltend jagt. Im Wesen ist er freundlich, nicht ängstlich und nie aggressiv. Im Temperament ist er ruhig bis lebhaft.

 

Luzerner-, Jura-, Berner (rauhaar)- und Schwyzer Niederlaufhund

 

Ursprung und Abstammung

 

Um die Wende vom 19. ins 20. Jahrhundert stellten einige Schweizer Kantone die Patentjagd auf Revierjagd um. Mit der Änderung des Jagdsystems führten sie gleichzeitig eine Ristmaßbegrenzung für Jagdhunde ein. Die bis dahin verwendeten Bracken waren plötzlich nicht mehr zugelassen. Die weit verbreitete Meinung, dass diese großen Jagdhunde das Wild reißen und zu lange jagen würden, war für diesen Entscheid mit verantwortlich. Das traf sicher auf die vielen nicht reinrassigen zur Jagd verwendeten, nicht aber auf die Schweizer Laufhunde zu. Durch diesen Erlass wurden plötzlich Hunderte von Hunden, darunter eben auch reinrassige Laufhunde „arbeitslos“. Was nicht zur Zierde blieb, wurde verkauft oder leider auch oft getötet!

Die Schweizer Laufhunde mit ihrer über 700 Jahre alten Geschichte gehören zum Schweizer Kulturgut und sollten daher unbedingt erhalten werden. Um dennoch die schönen Farben und Köpfe mit den tief angesetzten langen Behängen der Schweizer Laufhunde sowie deren kräftigen Laute zu erhalten, entschlossen sich einige Kynologen und Liebhaber für den Versuch, die alten großen Schweizer Laufhunde durch Einkreuzung auf ein tieferes Ristmaß hinunter zu züchten. Viele Versuche schlugen fehl, so beispielsweise die Einkreuzung von Dachshunden. Bei dieser ebenfalls sehr alten Rasse spaltete sich die Nachkommenschaft fast rein auf, entweder waren die Jungen entweder nahezu reine Dackel oder eben wieder große Laufhunde. Durch die Einkreuzung von Dachsbracken und französischen Bassets, verbunden mit einer Auslesezucht über viele Generationen, gelang es, einen Schweizer Laufhund in Kleinformat zu erhalten, der seinem größerem Vorbild bezüglich Farbe, Laut und Passion entsprach. Die Zuchtbasis blieb bis heute relativ schmal und die negativen Seiten der langjährigen Verwandtschaftszucht machen sich immer wieder mal bemerkbar, z.B. durch geringe Wurfstärken.

Bis heute sind die Schweizer Niederlaufhunde außerhalb der Schweiz wenig bekannt. Sie gehören zu den extrem seltenen und bedrohten Jagdhunderassen der Welt. Da die Schweizer Laufhunde und Niederlaufhunde zum Schweizer Kulturgut gehören, sollten sie unbedingt gefördert und erhalten werden.

 

 

 

 


 
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